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5 Lerntechniken für Schüler die beim Homescholing sehr gut helfen

5 Lerntechniken für Schüler die beim Homescholing sehr gut helfen

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Coronazeit 2020 und 2021

Hätten Sie Anfang 2020 gedacht, dass dieses Virus unsere bisherige Normalität so sehr auf den Kopf stellt und dass Sie innerhalb von kurzer Zeit zum Privatlehrer Ihres Kindes in allen Fächern werden würden?
Neben dem Distanzlernen lief allerdings Ihr normales Leben mit Arbeit, Haushalt und dem Betreuen von Geschwisterkindern weiter. Daher fühlen Sie sich inzwischen vielleicht auch so, wie viele andere Eltern nach mehr als einem Jahr Pandemiezeit: müde, überfordert und vom Schulsystem weitestgehend allein gelassen.
Ja, einige Tage konnten die Kinder wieder im Wechselunterricht in Ihre Klassen zurück, aber der Löwenanteil des schulischen Lernens findet immer noch (wenn überhaupt) zu Hause in Distanz statt. Da nur die wenigsten Schulen in der Lage sind, alle Schulstunden digital stattfinden zu lassen, fällt vieles entweder ganz weg, wird stark verkürzt oder in die Verantwortung der Schüler*innen und Ihrer Bezugspersonen übergeben.
So türmen sich Berge von ausgedruckten Arbeitsblättern auf dem Schreibtisch und warten darauf von Ihrem Kind möglichst selbständig erledigt zu werden.
Doch wie können Sie es schaffen, die Schulbildung Ihrer Kinder im Distanzunterricht in diesen wechselhaften Zeiten so gut wie möglich zu unterstützen? Schlüsselwort Lerntechnik!
Mit den folgenden 5 Lerntechniken für Schüler soll Ihr Alltag zusammen mit Ihrem zu Hause lernenden Kind etwas leichter und geordneter werden.

Gute Strukturen schaffen – auch beim Distanzlernen

Die große Versuchung, auf die viele Kinder beim Distanzlernen treffen ist es, das schulische Lernen zu Hause nicht sehr ernst zu nehmen, die Tage zu verschlafen und sich ansonsten mit reizvolleren, interessanteren Tätigkeiten vom Lernen abzulenken.
Eine gute Tages- und Wochenstruktur hilft Ihrem Kind dabei, sich mehr auf den Wissenserwerb zu fokussieren und weniger auf die Verlockungen von PS4, Tablet, Handy, Fernsehen und Tic-Toc-Videos.
Wecken Sie Ihr Kind morgens zur normalen Aufstehzeit und achten Sie darauf, dass alle Morgenroutinen wie Frühstück, Zähneputzen, Waschen, Anziehen zuverlässig und zeitnah erledigt werden.
Orientieren Sie sich an den schulischen Tages- und Wochenplänen und Zeitvorgaben, was an welchem Tag zu erledigen ist. Falls Ihr Klassenlehrer oder Ihre Klassenlehrerin keine tagesaktuellen Aufgaben vergeben hat, sondern nur mit Wochenplänen arbeitet, kann es hier, gerade bei Grundschülern sinnvoll sein, die tagesaktuellen Aufgaben
zu definieren oder auf einem Extrablatt zu notieren. Anhand dieses Tagesplans hakt Ihr Kind dann jeweils ab, was es bereits erledigt hat. Kontrollieren Sie ebenfalls, ob die abgehakten Aufgaben tatsächlich erledigt wurden. Überprüfen Sie die Aufgaben auf die korrekte Ausführung, Vollständigkeit und Lesbarkeit und sorgen Sie dafür, dass die erledigten Aufgaben fristgerecht an die entsprechenden Lehrer weitergeleitet werden.
Nicht jedes Kind, besonders nicht die jüngeren Grundschulkinder schaffen es die an sie gestellten Aufgaben völlig eigenständig zu lösen. Oft tauchen Fragen auf oder die Lust und Energie lässt nach. Bei sachlichen Fragen können Sie Ihrem Kind im besten Fall Hinweise zur korrekten Lösung selber geben oder den Kontakt zum Klassen- oder Fachlehrer ermöglichen. Da aber nicht jeder Lehrer ständig erreichbar ist, sparen Sie Zeit und Nerven, wenn Sie Ihrem Kind einfachere Fragen direkt beantworten. Nehmen Sie Ihrem Kind aber keinesfalls die ganze Denkarbeit ab. Geben Sie ihm nur Hinweise, wie es selbst zur Lösung kommen kann. Alles andere sollten die jeweiligen Lehrer mit ihm besprechen. Lehrer kennen sich mit speziellen Lerntechniken für Schüler aus und sollten Ihrem Kind als kompetenter Ansprechpartner zur Seite stehen.
Da sich Kinder – entsprechend des jeweiligen Alters – meist nur 15 – 30 Minuten am Stück konzentrieren können, sind Pausen zwischen den einzelnen Lerneinheiten wichtig.
Bieten Sie Ihrem Kind Obst und ein Getränk an oder ermutigen Sie es, sich 15 Minuten draußen an der frischen Luft auszutoben. Dafür eignet sich ein Gartentrampolin oder andere Sportgeräte im Garten sehr gut.
Wenn der “Pflichtteil” des Tages für Ihr Kind erledigt ist, ermutigen Sie es gerne, mit Freunden zu spielen oder seinen Hobbys nachzugehen.

Die Kunst des Motivierens

Da Kinder in den letzten Monaten auf vieles verzichten und sich schon fast wie “kleine Erwachsene” verhalten mussten, ist es ganz wichtig, die Lernbereitschaft und Motivation aufrechtzuerhalten und Ihr Kind für gutes, konzentriertes Lernen zu loben.
Fokussieren Sie sich nicht auf das, was alles noch nicht klappt, sondern bestätigen Sie alles, was bereits gut funktioniert. Selbst, wenn Sie denken, dass es nur Kleinigkeiten sind. Loben Sie dabei nicht in erster Linie für eine gute Note oder ein richtiges Ergebnis, sondern loben Sie Ihr Kind besonders, wenn es sich mit dem Lösen der Aufgaben wirklich Mühe gegeben hat.
Sie können für Ihr Kind auch eine Belohnungsliste gestalten, auf der es für gute Lerneinheiten Punkte erhält. Beim Erreichen einer vorher definierten Punktesumme erhält Ihr Kind dann seine Belohnung. Dies kann eine gemeinsame Aktivität sein, mehr Bildschirmzeit, ein neues Lego-Set, je nachdem, worüber sich Ihr Kind freuen würde.
Eine wichtige Rolle beim Motivieren spielen auch die Lehrer, die Ihrem Kind die schulischen Aufgaben stellen. Für Ihr Kind ist es wichtig, dass seine Anstrengungen im Distanzunterricht auch wirklich gesehen und wertgeschätzt werden. Das kann ein motivierender Kommentar unter einer Aufgabe sein oder auch der regelmäßige persönliche Kontakt mit einem Lehrer per Telefon oder Mail. Falls Sie es mit Lehrern zu tun haben, die sich gar nicht persönlich melden oder überhaupt nicht für die Kinder erreichbar sind, ist dies der Motivation Ihres Kindes bestimmt nicht zuträglich. Versuchen Sie in solchen Fällen ein persönliches Gespräch mit dem Lehrer zu vereinbaren und besprechen Sie eventuelle Kommunikationsprobleme während des Distanzlernens. Bitten Sie den Lehrer um eine häufigere Kontaktaufnahme zu Ihrem Kind, wenn es dies wünscht.

Lernen mit Bewegung verbinden

Manchmal müssen einfach viele Vokabeln oder andere Lerninhalte (wie das kleine 1×1) auswendig gelernt werden. Es ist für viele Kinder eine Überforderung, sie im Distanzlernen mit solchen Lernaufgaben ganz allein zu lassen. Normalerweise würden große Teile dieser Inhalte in der Schule mit speziellen Lerntechniken für Schüler erarbeitet, diese Präsenzzeiten fallen im Distanzlernen jedoch weg. Es gibt aber Möglichkeiten, Ihrem Kind das Auswendiglernen zu erleichtern. Einige Kinder lernen Zahlenreihen oder Vokabeln in Verbindung mit Bewegung besser. Werfen Sie Ihrem Kind zum Beispiel einen Ball zu und fragen Sie es parallel nach dem Ergebnis einer 1 x 1 – Aufgabe. Mit einigen Minuten Werfen, Fangen und Rechnen können sie so ganz spielerisch das kindliche Bedürfnis nach Bewegung mit dem Erlernen von notwendigen Inhalten verknüpfen. Es gibt auch spezielle Balancierrollen, die man auch in der Wohnung nutzen kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass unser Sohn im Grundschulalter fast das gesamte 1×1 balancierend auf einer solchen Balancierrolle auswendig gelernt hat. Die motorische Herausforderung hilft den Kindern dabei, sich auch auf schulische Inhalte besser zu konzentrieren.

Digitale Helfer nutzen

Ein intensives und effektives Betreuen des Distanzlernens erfordert natürlich von Ihnen als begleitenden Lernhelfern viel Aufmerksamkeit und Zeit. Umso dankbarer fühlt man sich gelegentlich, wenn es nützliche digitale Werkzeuge gibt, die das Kind gerne nutzt und dabei wie von selbst seine schulischen Lernaufgaben erledigt.
Ein solches Tool für den Bereich “Leseförderung” ist “Antolin”. Ihr Kind bearbeitet dort selbstständig Multiple-Choice-Aufgaben zu Büchern, die es schon gelesen hat und bekommt für jede richtige Antwort Punkte. Falls die Klasse Ihres Kindes bei Antolin angemeldet ist, ist dies eine tolle Möglichkeit, Kinder zum Lesen zu motivieren und das Leseverständnis zu den gelesenen Texten zu trainieren.
Auch mit der “Anton-App” arbeiten viele Kinder gerne. Dort können sich Lehrer mit ihren Klassen registrieren und markieren, welche Inhalte die Kinder üben sollen.
Die Lehrer können auch online überprüfen, wieviel die Kinder in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachkunde etc. gearbeitet haben. Die Kinder mögen diese App meist gerne, weil sie mit den von ihnen absolvierten Übungen Punkte erhalten, die sie später für beliebte, kindgerechte Onlinespiele nutzen können.
Bei der Anton-App sollten Sie als Eltern aber die Dauer der Medienzeit insgesamt im Blick behalten und gelegentlich auch überprüfen, ob Ihr Kind tatsächlich das vom Lehrer geforderte übt.

Das funktionierende Netzwerk

Auch wenn es sich mitten im Lockdown und im Distanzlernen manchmal so angefühlt haben mag: Sie sind mit dieser Situation nicht allein. Kein Schüler und kein begleitender Elternteil muss diese Krise ohne Außenkontakte durchstehen. Gerade Kinder profitieren oft davon, wenn Sie Kontakt zu Ihren Mitschülern und Freunden halten können, sei es per Mail, telefonisch oder mit Abstand – persönlich. Unterstützen Sie diese Kontakte aktiv und ermuntern Sie Ihr Kind, sich mit Mitschülern auszutauschen. Auf diesem Weg erfährt man, wie andere Schüler mit dem Distanzlernen zurechtkommen, ob die Stoffmenge der Aufgaben realistisch zu bewältigen ist und vieles mehr. Auch Sie als Eltern profitieren, wenn Sie sich gelegentlich mit anderen Eltern austauschen können und erfahren vielleicht auch, welche Lerntechniken für Schüler sinnvoll sind und welche weniger. Viele Eltern sind über eine Whatsapp-Gruppe vernetzt und helfen sich gegenseitig, wenn Fragen aufkommen.
Halten Sie auch Kontakt zur Schule und dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin. Wenn tägliche Videokonferenzen für die Klasse Ihres Kindes stattfinden, kann immerhin Ihr Kind Kontakt zur Schule halten. Es gibt jedoch auch viele Schulen, die dies nicht oder selten anbieten. In diesem Fall sollten Sie sich nicht scheuen, sich per Mail oder Telefon mit der Lehrkraft in Verbindung zu setzen, wenn Gesprächsbedarf besteht.