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In diesem ausführlichen Artikel erfahren Sie alles wissenswerte darüber wie Sie mit Emulgatoren Kosmetik selbst herstellen...

Mit Emulgatoren Kosmetik selbst herstellen – So leicht kann Beauty DIY sein

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Kosmetik gehört für viele zum Alltag dazu und erst ein gutes Make-Up rundet das perfekte Outfit ab. Doch der regelmäßige Kauf von Beautyprodukten kann einen enormen Kostenpunkt einnehmen. Zudem ist oft nicht klar, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Wie wäre es, stattdessen Kosmetik selbst herzustellen? Dafür benötigen Sie Hilfsmittel, die dazu dienen, zwei verschiedene Lösungen (im Falle von Creme oder Lotion in der Regel Öl und Wasser) miteinander zu vermischen. Durch die Emulgatoren können diese beiden Stoffe, die sich von Natur aus nicht miteinander vermischen, in eine Masse umgewandelt werden und stabilisiert werden. In der Kosmetik werden die Emulgatoren häufig auch als Tenside bezeichnet.

Mit Emulgatoren Kosmetik selber machen, ist aktuell ein sehr angesagtes Beauty DIY. Wenn Sie Ihre eigenen Cremes und Lotionen herstellen, wissen Sie genau, was sich in Ihren Produkten befindet. Zusätzlich ist es in den meisten Fällen preiswerter, die eigenen Produkte für Kosmetik herzustellen, da Cremes, Lotionen und Schaum hauptsächlich aus Öl und Wasser bestehen und diese Stoffe bekanntlich sehr günstig sind.

Welche Emulsionstypen gibt es?

Grundsätzlich wird im Bereich Kosmetik und Beauty zwischen zwei verschiedenen Emulsionstypen unterschieden:

Wasser-in-Öl-Emulsionen

Zum Einen gibt es die W/O-Emulsion, die sogenannten Wasser-in-Öl-Emulsion.
Der hauptsächliche Bestandteil dieser Emulsion ist Öl. Das Wasser wird mit Hilfe von Emulgatoren dem Öl beigemengt, sodass eine fein vermischte Masse entsteht. Da der Hauptbestandteil in diesem Fall das Öl ist, wird die Wasser-in-Öl-Emulsion insbesondere für fettreiche Cremes und Kosmetikprodukte verwendet. Beispielsweise Produkte für trockenen Haut und trockene Lippen bestehen häufig aus W/O-Emulsionen.

Öl-in-Wasser-Emulsionen

Außerdem gibt es die O/W-Emulsion, die sogenannten Öl-in-Wasser-Emulsion. Diese Emulsion wird genau umgekehrt gebildet. Somit ist der hauptsächliche Bestandteil in diesem Fall das Wasser, dem eine ölige, fettreiche Substanz beigemengt wird. Diese Verbindung muss ebenfalls durch Emulgatoren stabilisiert werden, da sich die beiden Substanzen Öl und Wasser nicht ohne Hilfsmittel vermischen würden.

Die Öl-in-Wasser-Emulsion eignet sich besonders für die Herstellung von einer Lotion oder leichteren Kosmetikprodukten. Die Lotionen oder andere Produkte, die Sie auf Grundlage einer O/W-Emulsion selber machen, fühlen sich auf der Haut leicht an und ziehen schneller ein als die ölreichen Cremes, die aus einer W/O-Emulsion bestehen. Besonders für tägliche Bodylotions, tägliche Gesichtskosmetika und Make-Up, die sich nicht zu schwer auf der Haut anfühlen sollen und vor allem keinen öligen, fettigen Look hervorbringen sollen, eignet sich die Verwendung von Öl-in-Wasser-Emulsionen.

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Welche Produkte lassen sich selbst herstellen?

Ihrer Kreativität, mit Emulgatoren Kosmetik herzustellen, sind zunächst einmal keine Grenzen gesetzt. Wenn Sie am Anfang Ihrer eigenen Herstellung von Kosmetikprodukten stehen, können Sie sich als Übersicht grundlegend an den drei Produktformen Creme, Lotion und Schaum orientieren. Diese lassen sich auf unterschiedliche Weise mit Hilfe von Emulgatoren selbst herstellen.

Creme

Wie zuvor beschrieben, sind Cremes eher fettreiche Produkte, die sich insbesondere für Kosmetika für trockene Haut oder Lippen, aber auch für Nachtcremes für das Gesicht oder ähnliches eignen. Cremes bestehen aus einer Wasser-in-Öl-Emulsion. Damit das Endprodukt nicht zu fettig wird und man ein angenehmes Hautgefühl beim und nach dem Auftragen hat, ist es hier ausreichend, Wasser und Öl in einem Verhältnis von 1:1 zu vermischen.
Wichtig bei der Herstellung sämtlicher Produkte im Bereich der Kosmetik ist die Reinheit. Achten Sie darauf, saubere, keimfreie Töpfe und gereinigte Utensilien zu benutzen.
Für den Wasseranteil sollten Sie destilliertes Wasser verwenden. Auch Rosenwasser eignet sich für den Wasseranteil in Cremes und Lotionen sowie Schaum. Hierdurch kann außerdem ein wohlriechender Effekt hervorgerufen werden.

Verschiedene Öle

Für den Anteil an Öl können Sie sich je nach Belieben an unterschiedlichen Ölen probieren. Besonders angenehm und wohlriechend kann ein Anteil an Sheabutter anstelle von Öl empfunden werden. Andere verwendbare Öle und Fette sind beispielsweise Reisöl, Mandelöl, Distelöl, Weizenkeimöl, Kokosbutter, Sojaöl, Jojobaöl und Kakaobutter. Sie können hier ganz frei experimentieren und ausprobieren, welche Substanz Ihnen am besten gefällt und für Sie ganz persönlich das beste und angenehmste Hautgefühl sowie den erwünschten Effekt hervorruft.

Als Grundrezept für den ersten Versuch, Ihre Lieblingscreme selber zu machen, können Sie beispielsweise 100g destilliertes Wasser mit 40g Reisöl, 20g Sheabutter, 20g Distelöl und 20g Mandelöl vermengen. Wie Sie bereits gelernt haben, können sich Öl und Wasser nicht ohne die Hilfe eines Stabilisators, also eines Emulgators, vermengen.

Emulgator für Cremes

Es gibt eine große Auswahl an unterschiedlichen Emulgatoren mit verschiedenen Eigenschaften und Auswirkungen. Als Einstieg in die Herstellung von Cremes, also W/O-Emulsionen können Sie sich zunächst auf einen Emulgator konzentrieren und mit mehr Erfahrung und Experimentierfreude ihre Kosmetikküche erweitern.

Als einfacher Emulgator dient Lanolin. Mit Lanolin kann man in Cremes die doppelte Menge Wasser binden. Lanolin ist Wollfett oder auch Wollwachs genannt. Es wird beim Waschen von Schafwolle gewonnen. Besonders für Cremes ist Lanolin empfehlenswert, da es eine rückfettende Wirkung für die Haut hat. Zusätzlich zu seiner pflegenden Wirkung hat Lanolin ebenso eine entzündungshemmende Wirkung, was es zum absoluten Alleskönner im Bereich der Produktion von Kosmetikartikeln macht.

Verwendung von Lanolin

Für das beispielhafte Rezept mit 100 Gramm destilliertem Wasser und insgesamt 100 Gramm Ölen und Fetten benötigen Sie 50 Gramm Lanolin (bzw. Wollwachs oder Wollfett). Berechnet wird der Anteil des Emulgators immer am Anteil von Wasser. Für eine Creme mit 100 Gramm Wasser brauchen Sie also 50 Gramm Lanolin. Der Schmelzpunkt von Lanolin liegt bei ca. 45 Grad Celsius.

Lanolin können Sie auch mit anderen Emulgatoren vermischen, achten Sie dann jedoch auf einen angepassten Anteil, sodass Ihre Emulsion definitiv gelingen kann. Da Bienenwachs eine antibakterielle und auch entzündungshemmende Wirkung hat, kann es empfehlenswert sein, einen kleinen Teil des Lanolins (etwas 10 Gramm) durch Bienenwachs zu ersetzen. Hierdurch wird auch die Konsistenz der Creme etwas fester. Probieren Sie es aus!

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Lotion

Die Herstellung von Lotionen ist die Produktion von O/W-Emulsionen. Lotionen eignen sich für den täglichen Gebrauch, normale Hauttypen und einen leichten, unsichtbaren Effekt auf der Haut. Um Lotionen herzustellen, benötigen Sie ebenso wie bei Cremes destilliertes Wasser oder Rosenwasser sowie 20 bis 50 Prozent Öle oder Fette, beziehungsweise eine Kombination aus den oben genannten möglichen Ölen und Fetten. Eine Lotion wirkt feuchtigkeitsspendend und hautpflegend und benötigt zur Herstellung ebenso einen Emulgator.

Emulgator für Lotionen

Auch für Lotionen gibt es verschiedene Auswahlmöglichkeiten an Emulgatoren. Um es zunächst einfach zu halten wird hier der Emulgator Emulsan beschrieben.
Emulsan kann man in Form kleiner, weißer Pellets kaufen. Der Emulgator Emulsan ist besonders für die Herstellung von Öl-in-Wasser-Emulsionen geeignet, da er die beiden Komponenten bereits ab einem Ölanteil von 20% bindet. Emulsan bindet bis zum 10-fachen seiner Menge an Wasser. Der Schmelzpunkt liegt zwischen 60°C und 65°C.
Für die Herstellung kann man somit beispielsweise 100g Wasser (destilliertes oder Rosenwasser) mit 20g Kakaobutter und 20g Jojobaöl sowie 10g Emulsan vermengen.

Durch die Vermengung dieser Zutaten können Sie schnell und sicher ein angenehmes, pflegendes Produkt für die tägliche Anwendung herstellen. Die Öle sind selbstverständlich je nach eigenen Vorlieben selbst auszuwählen.

Schaum

Wenn Sie Ihre eigenen Cremes und Lotionen herstellen, können Sie auch Ihren eigenen Duschschaum produzieren. Hierfür können Sie beispielsweise 100g Wasser (auch hier destilliertes Wasser, Rosenwasser o.ä. verwenden) mit 35g Öl (bspw. Mandelöl) und als Emulgator 65g Betain oder Zuckertensid miteinander vermengen und in eine Pumpflasche abfüllen. Die Herstellung dieses Duschschaums ist besonders schnell und einfach.

Emulgator für Schaum

Betain und auch Zuckertensid sind milde, schaumbildende Waschtenside und eignen sich dank ihrer Hautverträglichkeit sehr gut für die Herstellung von Duschschaum. Sie benötigen für die Herstellung von Schaum Betain oder Zuckertensid in Höhe 65% des verwendeten Wasseranteils.

Ätherische Öle

Um Ihren eigenen Produkten das gewisse Etwas zu verleihen, können Sie sich selbstverständlich für die Beimengung einiger Tropfen ätherischer Öle entscheiden. Teebaumöl und Lavendelöl wirken antibakteriell und beruhigend. Einige Tropfen Rosenöl, Vanilleöl oder Sandelholzöl können Ihren Kosmetikprodukten einen süßen und intensiven Duft verabreichen. Hierbei entscheiden Sie je nach Ihren eigenen Vorlieben für Düfte und erwünschte Wirkweisen. Probieren Sie sich aus und erschaffen Sie ihr persönliches Lieblingsprodukt ohne Zusatzstoffe und ungewollte Nebenwirkungen.

Haltbarkeit und Aufbewahrung

Wenn Sie auf eine besonders reinliche Herstellung Ihrer Kosmetikprodukte achten, können Sie Cremes, Lotionen und Schaum für bis zu drei Monate verwenden. Am besten bewahren Sie Cremes und Lotionen in gereinigten Tiegeln im Kühlschrank auf. Je nachdem, wieviel Sie auf einmal produzieren, können Sie kleine Mengen für den täglichen Gebrauch in handliche Badezimmer-Dosen abfüllen und die Hauptmasse weiter im Kühlschrank lagern. Achten Sie auch hierbei auf gereinigte Utensilien zum Abfüllen der Kleinmengen. Ihren Duschschaum können Sie direkt in Pumpflaschen abfüllen. Wie Sie sehen, ist es kein Hexenwerk mit Emulgatoren Kosmetik selbst herzustellen. Ihrem Beauty DIY steht nichts mehr im Weg.